Hundeversicherungen – Schutz für Zwei- und Vierbeiner

HundeversicherungEine Hundeversicherung gehört zum Bereich der Tierversicherungen. Durch den Abschluss einer entsprechenden Police können sich Hundehalter – beim Eintritt der im Versicherungsvertrag fixierten Umstände – gegen bestimmte Risiken absichern, die im Zusammenhang mit der Hundehaltung (möglicherweise) entstehen. Der Terminus Hundeversicherung ist allerdings nicht eindeutig, da unter diesem Begriff oft ganz verschiedene Arten von Versicherungen subsumiert werden. Während einige davon nur in Ausnahmefällen sinnvoll sind, ist es als Hundehalter fast schon fahrlässig, auf einen bestimmten Typus der Hundeversicherung zu verzichten.

Was ist eine Hundeversicherung?

Unter einer Hundeversicherung wird überwiegend die sogenannte Hundehalter-Haftpflichtversicherung – oft nur verkürzt als Hundehaftpflicht bezeichnet – verstanden. Hierbei sichert sich der Versicherungsnehmer mit dem Abschluss einer entsprechenden Police gegen ihn gerichtete Schadensersatzansprüche ab, die aus Schäden resultieren, die durch seinen Hund verursacht wurden. Das geschieht, indem die Versicherungsgesellschaft einerseits auf eigene Kosten unbegründete Ansprüche gerichtlich oder außergerichtlich abwehrt oder andererseits – was meistens wichtiger ist – für begründete Ansprüche aufkommt.

Mit dem Begriff Hundeversicherung wird manchmal aber auch eine Hunde-Krankenversicherung bezeichnet. In diesem Fall kommt die Versicherungsgesellschaft für Kosten auf, die aus der notwendigen Behandlung des versicherten Hundes durch einen Tierarzt resultieren. Je nach den genauen Bedingungen der jeweiligen Hunde-Krankenversicherung kann eine separat abschließbare Hunde-Operationsversicherung den Versicherungsschutz auf notwendige oder sinnvolle Operationen des Tieres fokussieren.

Seltener bezieht sich der Terminus Hundeversicherung auf eine spezielle Hunde-Rechtsschutzversicherung oder eine Lebensversicherung für Hunde. Erstere gewährt dem Hundehalter die bekannten Leistungen einer Rechtsschutzversicherung, beschränkt im Unterschied zu dieser den Schutz aber auf Fälle, die den Hund bzw. die Hunde des Versicherungsnehmers betreffen. Letztere schützt den Hundeeigentümer vor Vermögensverlusten, die durch den Tod des Tieres entstehen.

Wovor schützt eine Hundeversicherung?

HundeversicherungEine Hundehalter-Haftpflichtversicherung deckt bis zur vertraglich fixierten Deckungssumme alle Sach- und Personenschäden – häufig auch Vermögensschäden – ab, die das versicherte Tier verursacht hat.

Die Hunde-Krankenversicherung kommt in der Regel für alle Kosten auf, die durch eine Behandlung des Hundes durch einen Tierarzt entstehen. Dabei ist es normalerweise irrelevant, ob es sich um ambulante oder stationäre Behandlungen handelt oder ob ein chirurgischer Eingriff notwendig ist. Teilweise übernimmt die Hunde-Krankenversicherung auch sinnvolle Vorsorgemaßnahmen, die dazu beitragen, das Risiko für Erkrankungen bzw. später notwendige Behandlungen zu vermindern.

Eine Hunde-Operationsversicherung begleicht primär die Kosten für die Operationen des Vierbeiners. In der Regel werden aber auch die Kosten für die Voruntersuchung und die Nachbehandlungen – zumindest innerhalb eines bestimmten Zeitraums – erstattet.

Für alle Rechtstreitigkeiten rund um den eigenen Hund kommt die Hunde-Rechtsschutzversicherung auf. Der Versicherungsschutz reicht von einfachen Klagen wegen Ruhestörung, wenn der Vierbeiner übermäßig bellt, bis hin zu Verfahren mit vielen Beteiligten und hohem Streitwert, falls der Hund etwa einen Verkehrsunfall verursacht hat.

Mit der Hunde-Lebensversicherung kann ein Tierhalter den objektiven Wert eines Hundes versichern. Stirbt der Hund, erhält er von der Versicherung einen Geldbetrag, um diesen Wertverlust zu kompensieren. Diese Art der Hundeversicherung wird allerdings vergleichsweise selten abgeschlossen.

Benötige ich eine Hundeversicherung?

In einigen Bundesländern müssen Hundehalter zwingend eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung anschließen. Nach herrschender Meinung sollte aber unabhängig von der jeweiligen gesetzlichen Regelung jeder Hundehalter eine solche Versicherung besitzen. Das liegt daran, dass für Personen- und Sachschäden, die durch einen Hund entstehen, gemäß § 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches grundsätzlich der Halter des Tieres haftet – und zwar in unbegrenzter Höhe. Manche Hundebesitzer gehen davon aus, dass im Schadensfall ihre private Haftpflichtversicherung einspringt. Das ist jedoch fast nie so, weil hier im Regelfall nur Kleintiere mitversichert sind, zu denen Hunde aber nicht zählen. Gerade wenn der eigene Hund einen Verkehrsunfall mit mehreren Unfallopfern verursacht, kann die Schadenssumme – gerade wenn mehrere zu Schaden gekommene Personen eine langwierige Rehabilitation benötigen und (vorerst) nicht mehr in der Lage sind zu arbeiten – schnell so hoch werden, dass dem Eigentümer des Tieres ohne eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung der finanzielle Ruin droht.

Eine Hunde-Krankenversicherung kann sinnvoll sein. Hier gilt es vor allem, die voraussichtlichen Tierarztkosten gegenüber den Versicherungsbeiträgen abzuwägen. Gerade bei komplexeren und teueren operativen Eingriffen ist es natürlich beruhigend, dass Versicherungsnehmer keinen hohen Geldbetrag auf einmal aufbringen müssen.

Die meisten Experten raten von Spezialversicherungen wie einer Hunde-Operationsversicherung oder einer Hunde-Rechtsschutzversicherung ab. Das liegt vor allem daran, dass Menschen, die sich weitgehend absichern möchten, mit umfassenderen Produkten wie einer entsprechend ausgestalteten Hunde-Krankenversicherung oder einer allgemeinen Rechtsschutzversicherung in den meisten Fällen besser bedient sind.

Eine Hunde-Lebensversicherung lohnt sich hingegen praktisch nur für Besitzer teurer Rassehunde, vor allem wenn diese zur Zucht eingesetzt werden. Denn Hunde haben zwar häufig für ihre Besitzer einen hohen subjektiven, aber selten auch einen entsprechend hohen objektiven Wert. Zudem kann der subjektive Verlust des geliebten Vierbeiners in den meisten Fällen ja auch nicht durch eine Geldzahlung kompensiert werden.

Was sollte beim Abschluss einer Hundeversicherung beachtet werden?

HundekrankenversicherungBesonders wichtig bei der Hundehalter-Haftpflichtversicherung ist die vertraglich vereinbarte Deckungssumme. Übersteigt der Schaden nämlich diesen Betrag, so muss der Hundehalter für die Differenz aufkommen. Deswegen ist es ratsam, hier lieber eine Versicherung mit einer großzügig bemessenen Deckungssumme zu wählen. Verursacht der Vierbeiner etwa eine Massenkarambolage mit vielen Geschädigten, kann der dadurch entstandene Gesamtschaden schnell siebenstellige Beträge erreichen. Eine Klausel, die beachtet werden sollte, ist der sogenannte „Leinenzwang“. Einige besonders günstige Versicherungen springen nämlich nur ein, wenn der Hund angeleint war. War das nicht der Fall oder rennt der Vierbeiner etwa beim An- oder Ableinen weg und verursacht einen Schaden, muss der Versicherte oft den Schaden – oder zumindest einen Großteil davon – aus eigener Tasche bezahlen.

Wird eine Hunde-Krankenversicherung abgeschlossen, ist es ratsam darauf zu achten, ob im Versicherungsvertrag bestimmte Behandlungen von der Erstattung ausgeschlossen werden. Der Hundehalter sollte auf jeden Fall die „freie Tierarztwahl“ haben, sodass er sich an den Tierarzt seines Vertrauens wenden kann und nicht darauf angewiesen ist, einen bestimmten Tierarzt aufsuchen zu müssen.

Für alle Hundeversicherungen gilt, dass die Tarife bei verschiedenen Gesellschaften – auch bei Versicherungspolicen mit ähnlichen oder sogar gleichen Leistungen – häufig sehr unterschiedlich sind. Deshalb sollten vor Vertragsabschluss immer mehrere Angebote eingeholt und verglichen werden. Erleichtert wird dieses durch Vergleichsportale im Internet. Für Hundehalter, die mehrere Arten von Hundeversicherungen abschließen möchten, bieten viele Versicherungsgesellschaften günstige Kombi-Produkte an. Oft hängt die Höhe der zu zahlenden Versicherungsprämie auch von der Rasse des Hundes ab. Wer sich also einen neuen Hund anschaffen möchte und dabei nicht auf eine bestimmte Hunderasse festgelegt ist, kann somit durch seine Wahl bares Geld sparen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass praktisch jeder Eigentümer eines Hundes eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung haben sollte. Schließlich ist der Hundehalter für die durch seinen Vierbeiner angerichteten Schäden direkt verantwortlich. Diese können zudem schnell Beträge erreichen, welche ganze finanzielle Existenzen ruinieren können. Teilweise kann auch der Abschluss einer Hunde-Krankenversicherung sinnvoll sein. Bei allen Versicherungen ist es ratsam, Kosten und Vertragsbedingungen – besonders bezüglich der Grenzen des Versicherungsschutzes und der Höhe der Deckungssumme – vor dem Abschluss des Vertrages zu vergleichen.

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