Auf Nummer sicher gehen – mit der Hundehaftpflichtversicherung

hundDer Hund gilt als der beste Freund des Menschen. Bei Geld allerdings hört die Freundschaft auf. Deswegen lohnt es sich, in eine Hundehaftpflicht zu investieren. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Haustieren sind Hunde und Pferde ausdrücklich nicht über die reguläre Privathaftpflichtversicherung mitversichert, und auch der harmloseste Chihuahua kann im Spiel erheblichen Schaden anrichten. Wie schnell ist doch das gute Porzellan auf dem Kaffeetisch zerbrochen, wenn die Dogge im Spiel gegen ein Tischbein stößt, und wenn ein Schäferhund auf der anderen Straßenseite etwas interessantes entdeckt – etwa eine läufige Hündin – gibt es oft kein Halten mehr.

Nach BGB Paragraph 823 haftet der Hundehalter mit seinem Vermögen für alle Schäden, die durch seinen Hund verursacht werden. Dies gilt für Sach- genauso wie für Personenschäden und unabhängig davon, ob der Hundehalter den Schaden verursacht hat. Vor allem Personenschäden können schnell in die Millionen gehen, wenn etwa der Hund einen Unfall verursacht, bei dem Personen verletzt werden. In diesem und ähnlichen Fällen greift die Hundehaftpflicht. Sie dient dazu, das Vermögen des Hundehalters zu schützen, begleicht berechtigte Ansprüche und wehrt unberechtigte Ansprüche ab. In diesem Rahmen trägt sie auch eventuell anfallende Anwalts- und Prozesskosten.

Gegenwärtig ist die Hundehaftpflicht lediglich in einigen Bundesländern verpflichtend, unter anderem in Hamburg, Niedersachsen und Thüringen. Diese Pflicht gilt für alle, die in dem entsprechenden Bundesland gemeldet sind oder sich mindestens zwei Monate am Stück vor Ort aufhalten. Im Moment ist es allerdings so, dass nur etwa die Hälfte aller Hundebesitzer deutschlandweit überhaupt eine Hundehaftpflicht abgeschlossen hat.

Wer überlegt, einen Hund anzuschaffen und die entsprechende Hundehaftpflicht abzuschließen, sollte nicht das erstbeste Angebot unterschreiben, das ihm vorgelegt wird. Preise und Leistungen unterscheiden sich von einem Versicherer zum nächsten oft erheblich. Einige Versicherungen gelten beispielsweise nur für den Hundehalter, andere auch für Schäden, welche der Hund verursacht, wenn er von Familienangehörigen, Freunden oder Hundesittern beaufsichtigt wird. Manche bieten spezielle Tarife für Hundehalter über einer bestimmten Altersgrenze – beispielsweise vierzig, fünfzig oder sechzig Lebensjahre. Auch deckt nicht jede Hundehaftpflicht Mietschäden ab – wer seinen Hund regelmäßig mit ins Hotelzimmer nimmt, sollte darauf achten, dass Mietschäden unbedingt mit abgedeckt sind. Weitere Unterschiede gibt es in Bezug auf die Selbstbeteiligung – je höher die Selbstbeteiligung, desto geringer die jährliche Prämie – und auf die maximale Höhe der Schadensdeckung. In Bezug auf letztere sollte man nicht zu sparsam sein, denn besonders bei Unfällen mit Personenschäden können Arzt- und Krankenhausrechnungen, Verdienstausfall und Schmerzensgeld sich schnell auf mehrere Millionen Euro belaufen.

Natürlich gibt es auch einige Sonderfälle, für die es eigene Versicherungstarife mit speziellen Regeln und Anforderungen gibt. Wer eine als Kampfhund oder Listenhund eingestufte Rasse versichern möchte, muss sich auf höhere Prämien einstellen, und in diesen Fällen schreiben Versicherer häufig eine Leinenpflicht vor, andernfalls erlischt der Versicherungsschutz. Außerdem akzeptieren nicht alle Versicherungsanbieter diese Hunderassen – und was alles als Kampf- oder Listenhund eingestuft wird, unterscheidet sich wiederum von Kommune zu Kommune.

Hundesport-Betreiber müssen ebenfalls darauf achten, dass der gewählte Versicherungstarif ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigt. Rennsport, beispielsweise, muss explizit in der Versicherung berücksichtigt werden.

Auch wer Hunde züchten möchte, sollte dies bei der Auswahl seines Versicherungstarifs berücksichtigen. Welpen sind zunächst automatisch mitversichert, aber bei einigen Versicherern endet dieser Schutz mit dem dritten Lebensmonat, bei anderen hingegen erst mit dem Ende des ersten Lebensjahres. Es kann schnell teuer werden, einen kompletten Wurf junger, übermütiger Hunde separat versichern zu müssen.

billige hundeversicherungApropos Hundezucht – wer einen Rüden hat, kann aufatmen. Selbst wenn dem Besitzer der jeweiligen Hundedame kein Mitverschulden nachgewiesen kann, bleibt der Besitzer des Rüdens nicht auf den Kosten sitzen. Die meisten Hundehaftpflicht-Anbieter decken auch die aus einem ungewollten Deckakt entstehenden Kosten mit ab. Hierzu gehören medizinisch indizierte Kosten genauso wie eventuell die Abtreibung oder die Aufzucht der aus dem Akt entstandenen Welpen.

Generell gilt, dass Hundehaftpflichtversicherungen nur dann zahlen, wenn alle vor Ort gültigen Bestimmungen und Gesetze eingehalten werden. Da diese sich von Bundesland zu Bundesland und mitunter von einer Kommune zur nächsten unterscheiden, sollte man sich gründlich informieren, ehe man seinen geliebten Vierbeiner mit in Urlaub nimmt. Außerdem zahlen Versicherungen für gewöhnlich nicht für Schäden, die am Eigentum des Hundehalters entstehen. Dies gilt zum Beispiel für Kleidung, aber auch für Möbel oder das Auto.

Professionelle Hundesitter sollten übrigens auch überlegen, eine Hundehaftpflicht abzuschließen. Diese ist vergleichsweise günstig und erspart einem viel berufsbezogenen Ärger.

Was ist im Schadensfall genau zu tun?

Der Hundehalter ist zunächst verpflichtet, seiner Versicherung umgehend detaillierte und der Wahrheit entsprechende Informationen zu geben, ansonsten verliert er gegebenenfalls seinen Versicherungsschutz. Dann hat der Geschädigte eine Woche lang Zeit, seinen Anspruch der Versicherung gegenüber anzuzeigen. Hierzu ist es am besten, wenn der Hundehalter und der Geschädigte gemeinsam ein Protokoll aufsetzen, in dem alle Details genau festgehalten werden, inklusive Datum und Uhrzeit sowie genauer Ortsangaben. Dieses Schriftstück sollte von beiden beteiligten Parteien unterschrieben werden. Damit erspart man sich böse Überraschungen.

Dies klingt zunächst zwar alles kompliziert, aber wer sich den Kopf einmal über diese Einzelheiten zerbrochen und den perfekten Versicherungstarif für sich und seinen vierbeinigen Begleiter gefunden hat, kann anschließend die Zeit mit seinem Begleiter unbeschwert genießen.

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