Brauche ich eine Hundekrankenversicherung?

HundekrankheitHundebesitzer wollen in der Regel nur das Beste für ihre vierbeinigen Familienmitglieder. Deshalb liebäugeln sie häufig mit der Idee, eine Hundekrankenversicherung abzuschließen, die garantiert, dass das Tier im Notfall die nötige medizinische Versorgung bekommt. Doch andere fürchten die monatlichen Kosten und fragen sich, ob eine solche Versicherung wirklich nötig ist? Die Wahrheit liegt, wie sie oft – in der Mitte.

Die Kosten einer Hundekrankenversicherung gemessen an den Tierarztkosten

Hunde sind teure Haustiere. Man muss für sie Steuern entrichten, zudem unterhalten die meisten Halter eine Haftpflicht, denn immer wieder kann es passieren, dass die Tiere unvorhergesehenen Schaden anrichten. Zudem muss man eigentlich die Tierarztkosten zu 100 Prozent selbst tragen. Wenn der Hund ernsthaft erkrankt ist, kann dies eine immense Kostenbelastung bedeuten, denn der Tierarzt will für seine Dienste bezahlt werden, seinen Materialverbrauch ersetzt bekommen (bei einer OP müssen beispielsweise die Geräte in einem kostspieligen Verfahren von allen Bakterien und Keimen befreit werden) und zudem müssen auch die Medikamente vom Halter bezahlt werden. All diese Dinge bezahlt beim Menschen zumindest zum allergrößten Teil die Krankenversicherung. Auf diese Weise kann es deshalb schnell passieren, dass die Rechnung sogar auf einen vierstelligen Betrag anwächst, den man nicht mehr tragen kann, was im schlimmsten (aber leider nicht seltensten) Fall das Todesurteil für das Tier bedeutet. Die Hundekrankenversicherung kostet hingegen einen bescheidenden monatlichen Betrag, der meist zwischen sechs und 20 Euro liegt. Auf der anderen Seite gibt man bei einem gesunden Hund möglicherweise 240 Euro pro Jahr zu viel aus. Und selbst mit einer Hundekrankenversicherung ist es nicht garantiert, dass diese das Tier auch retten kann.

Was deckt die Hundekrankenversicherung ab?

Die entscheidende Frage lautet nämlich: Was deckt die Hundekrankenversicherung ab und nimmt sie mein Tier überhaupt auf? Fast alle Versicherungen kennen ein Höchstalter. Ist das Tier älter, nimmt es die Versicherung nicht mehr auf. Zudem decken längst nicht alle Versicherungen alle medizinischen Eingriffe ab. Je günstiger die Versicherung ist,d desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Vielzahl von Behandlungen nicht übernommen werden. So gut wie nie kommen die Versicherungen zudem für präventive Maßnahmen auf, selbst wenn diese gesetzlich vorgeschrieben sein sollten, wie zum Beispiel im Fall der verschiedenen Impfungen, die ein Hund bekommen muss. Gleiches gilt übrigens auch für die Frage, ob die Versicherung im schlimmsten Fall die Bestattung für den Hund bezahlt? Die meisten Unternehmen stehen diesbezüglich auf dem Standpunkt, dass sie nur für ein lebendes Tier bezahlen müssen. Es gibt zudem ein weiteres Problem: Oft kennen die Versicherungen Höchstgrenzen an Summen, die sie pro Jahr für bestimmte Behandlungen oder Eingriffe zahlen. So gibt es zum Beispiel fast immer einen Höchstbetrag, den eine Hundekrankenversicherung für Operationen, die das Tier benötigt, pro Jahr aufbringt. Diese Grenze bewegt sich in aller Regel zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Dieser Wert wirkt auf den ersten Blick sehr hoch, doch wenn ein schwerer Eingriff gemacht werden muss, verschlingt eine solche OP bereits an die 2.000 Euro. Das Problem dabei: Wenn ein Tier so krank ist, dass ein derart schwerer Eingriff gemacht werden muss, bleibt es meistens nicht bei einem. Mehrere Operationen müssen folgen, die Höchstgrenze wird durchschlagen und der Halten muss für den Restbetrag selbst bezahlen. Überhaupt nicht zahlen die Versicherung irgendeinen Eingriff, wenn man sich noch in der Wartezeit befindet. Diese bewegt sich meist zwischen 30 und 90 Tagen und soll verhindern, dass die Leute dann ihren Hund versichern, wenn der schon medizinischer Hilfe bedarf, die sie allein nicht bezahlen kann. Es gibt für die Wartezeit nur eine Einschränkung: Braucht das Tier aufgrund eines unverschuldeten Unfalls Hilfe, so kommt die Versicherung doch auf.

Spezielle Krankenversicherungen als Lösung

Dennoch machen Hundekrankenversicherungen in jedem Fall Sinn, denn die Gefahr, dass etwas passieren kann, ist bei einem Wildtier, welches ein Hund ursprünglich ist, immer gegeben. Doch viele Menschen entscheiden sich nicht für den Rundumschutz, sondern wählen speziellere Varianten. So muss man nicht in jedem Fall eine Hundekrankenversicherung abschließen, welche die gesamte Spannbreite abdeckt, sondern kann sich beispielsweise auch für eine Versicherung entscheiden, welche bei den Medikamentenkosten hilft oder welche für Operationen aufkommt. Gerade die Lösung über eine OP-Versicherung erfreut sich unter Haltern sehr großer Beliebtheit, denn diese ist billiger als eine komplette Krankenversicherung, kommt aber für die teuersten Behandlungen auf. Dies bedeutet, man braucht keine Angst zu haben, wenn das Tier unter das Messer muss, denn finanziell hat man vorgesorgt. In diesen speziellen Versicherungen gibt es zudem oft keine Jahreshöchstgrenze für die Beträge, welche die Versicherung bezahlt oder sie liegt deutlich über denen, welche die allgemeinen Versicherungen offerieren.

Fazit

Es ist sehr verständlich, dass man sich ziert, bevor man eine Hundekrankenversicherung abschließt, denn niemand bürdet sich gerne zusätzliche Kosten auf, von denen er nicht sicher ist, ob diese wirklich unbedingt sein müssen. Allerdings muss man eine einfache Abwägung treffen, denn ein Hund muss immer wieder zum Tierarzt und die Gebühren für Hundekrankenversicherungen sind nicht hoch. Eine Art von Kompromisslösungen sind spezielle Krankenversicherungen, wie der OP-Schutz, die nur besonders kostspielige Eingriffe abdecken, dafür aber auch billiger sind und einem das gute Gefühl vermitteln, dass der Hund im Notfall auf jeden Fall geschützt ist.

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