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Was ist die Hundesteuer?

Zur Zahlung der Hundesteuer ist jeder verpflichtet, der in Deutschland einen Hund hält. Dabei fällt diese Steuer auf jeden Hund an, wobei sie für das erste Tier am niedrigsten ist. Die Hundesteuer stellt zum einen eine Einnahmemöglichkeit für die jeweilige Gemeinde dar, zum anderen gilt sie als ordnungspolitisch. Die Zahl der gehaltenen Hunde in der Gemeinde soll damit begrenzt werden.

Allgemeines zur Hundesteuer

hundesteuerWie bereits erwähnt, wird die Hundesteuer von der Gemeinde erhoben. Damit ist auch erklärbar, dass sie sich in den einzelnen Städten und Dörfern des Bundesgebiets so stark unterscheidet. Während für einen Hund in einer Gemeinde zum Beispiel 70 Euro fällig werden, sind es in einer anderen Gemeinde 150 Euro oder sogar noch mehr. Vor allem in den Großstädten ist die Hundesteuer recht hoch angelegt. Wer einen Zweithund hält, muss noch tiefer in die Tasche greifen. Hier wird der eine Zweck der Steuer erkennbar: Mit der Hundesteuer soll die Zahl der Hunde begrenzt werden. Wer also pro Hund immer mehr Geld zahlen muss, wird sich ganz stark überlegen, wie viele Tiere er hält. So zumindest der Grundgedanke. Tatsächlich wird aber in den seltensten Fällen eine Überprüfung vorgenommen, so dass nicht jeder Hundehalter auch alle seine Tiere angemeldet hat. Wenn allerdings ein Verstoß gegen die Pflicht zur Hundesteuer kundig wird, muss mit einer Ordnungsstrafe oder sogar einer Geldbuße gerechnet werden.

Wer die Hundesteuer entrichtet hat, die übrigens einmal pro Jahr oder quartalsweise gezahlt wird, bekommt dafür eine Marke ausgehändigt. Diese ist gut sichtbar am Halsband des Hundes anzubringen – das er natürlich auch tragen muss. Möglich ist damit auch die Ermittlung des Halters, wenn der Hund einmal wegläuft.

Die Hundesteuer verfolgt natürlich auch den Zweck der Erhöhung der Einnahmen der Gemeinde. Es handelt sich um eine so genannte Realsteuer. Eine direkte Leistung ist hier nicht entgegen gesetzt. Die Gemeinde übernimmt also keine Reinigungsarbeiten von Gehwegen. Dafür ist der Halter selbst verantwortlich.

Von der Hundesteuer befreit

Wenn Hunde aus gewerblichen Gründen gehalten werden oder zur Sicherung von Grundstücken und Objekten dienen, darf für sie keine Hundesteuer erhoben werden. Dann ist allerdings ein Nachweis der Notwendigkeit zur Haltung eines solchen Hundes zu erbringen. Der Grund dafür ist, dass die Hundesteuer nur für privat gehaltene Tiere erhoben werden darf, der Halter muss also eine natürliche Person sein. Juristische Personen können nicht zur Zahlung herangezogen werden.

Von der Zahlung der Hundesteuer sind darüber hinaus Halter von Blinden- oder Hütehunden befreit. Sie müssen einen entsprechenden Nachweis bringen. Außerdem muss der Hund die nötige Ausbildung absolviert haben, auch das muss nachgewiesen werden.

Teilweise können Hundezüchter eine Befreiung von der Hundesteuer erlangen. Sie müssen dann die Welpen nicht anmelden, solange diese ein bestimmtes Alter noch nicht erreicht haben. Oft werden hier sechs Monate als Grenze angesetzt. Da davon ausgegangen wird, dass bis zu diesem Alter jeder Züchter die Welpen verkauft hat, werden sie bis dahin steuerfrei gehalten.
Des Weiteren sind Hunde, die von der Polizei oder von Rettungsdiensten gehalten werden, von der Hundesteuer befreit. Für speziell ausgebildete Jagdhunde gilt das ebenso, auch für sie muss keine Steuer entrichtet werden.

Listenhunde

Unter der Bezeichnung “Listenhunde” werden die so genannten Kampfhunde betitelt. Hier sind die gefährlichen Hunderassen einbezogen, wobei die erhöhte Steuer auch auf Mischlinge dieser Rassen bezogen wird. Das bedeutet, dass ein Halter zum Beispiel eines Pitbulls mit einer Steuer von bis zu 500 Euro rechnen kann – pro Jahr. Der Sinn dieser erhöhten Steuer liegt sicherlich in dem Versuch der Abschreckung, damit solche Hunde, die als gefährlich eingestuft werden, gar nicht erst gehalten werden. Der Effekt ist allerdings, dass diese Hunde nun in den Tierheimen bleiben, weil immer weniger Menschen dazu bereit sind, sich einen solch teuren Hund zu leisten. Die Höhe der Hundesteuer, die sich auf die gefährlichen Hunde bezieht, kann ebenfalls wieder von den Gemeinden separat festgelegt werden und ist in der entsprechenden Satzung nachzulesen.
Gänzlich unumstritten ist die Verfahrensweise zur erhöhten Steuer jedoch nicht. Denn es wurde und wird diskutiert, zum Beispiel den Dobermann als gefährliche Rasse höher zu besteuern. Umgekehrt soll dies aber den Deutschen Schäferhund nicht treffen, obgleich er in Bezug auf Beißkraft und Schadensanzahl ebenso auffällig ist. Auch lehnen zum Beispiel Tierärzte diese Verfahrensweise mit dem Grund ab, dass es bei der Gefährlichkeit eines Hundes nicht auf dessen Rasse, sondern vielmehr auf den Umgang durch den Halter ankomme. Das alles ändert aber natürlich nichts daran, dass die Steuer weiterhin erhöht bleibt.

Die Situation in anderen Ländern

Auch in anderen Ländern ist die Hundesteuer gang und gäbe. Schon 1755 wurde in England eine Steuer eingeführt, damit die Zahl der streunenden Hunde eingegrenzt werden konnte. Bis 1796 wurde daraus eine Steuer, die sich konkret auf Hundehalter bezog und als Luxus- und Hundesteuer bezeichnet wurde. Von dort aus gelangte die Idee der Hundesteuer rasch nach Deutschland und auch in anderen Länder ist diese Abgabe bis heute verbreitet. In Österreich zum Beispiel müssen Hunde bis zu ihrem dritten Lebensmonat beim zuständigen Magistrat gemeldet werden, auch in der Schweiz muss die Abgabe entrichtet werden. Dasselbe gilt für Luxemburg. Im Umkehrschluss haben sich aber auch viele Länder dazu entschieden, die Hundesteuer wieder abzuschaffen. Auch dabei ist England wieder ganz vornan gewesen. Auch in Frankreich, Schweden, Dänemark, Belgien, Ungarn, Italien, Kroatien oder Griechenland – um nur einige Beispiele zu nennen – ist die Hundesteuer nicht mehr üblich. Eine Besonderheit gilt hier in den Niederlanden: Dort ist es den Kommunen frei gestellt, ob sie eine Hundesteuer erheben oder nicht. Eine Verpflichtung dazu besteht nicht und die wenigsten Kommunen nutzen diese Freiheit für sich.